Verfasst von: md | 18. Oktober 2010

Finalfahrt nach Potsdam

 

Finalfahrt nach Potsdam

Nach einem erfolgreichen Wochenende in Minden hieß es Montagmorgen wieder „Leinen los!“ und weiter auf dem Mittellandkanal zur letzten Station der Maritimen Deutschlandreise 2010. Denn bis nach Potsdam galt es noch über 300 Kilometer zurückzulegen.

Nach sieben Stunden Fahrtzeit erreichten wir mit Hannover auch schon unser erstes Etappenziel und mit dem Boots- und Yachthafen der Marinekameradschaft Hannover unseren Ankerplatz für die Nacht. Bevor es von hier aus am nächsten Tag weiter nach Wolfsburg gehen sollte, stand noch ein wenig Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Programm. Im Rahmen eines Pressetermins, veranstaltet in Zusammenarbeit mit der ADAC Sportschifffahrt und abgehalten an Bord eines unserer Europa-Schiffe, bekamen Vertreter der Presse ausführlich Gelegenheit, Information rund um den Charterschein, um dafür geeignete Reviere und Bootstypen einzuholen. Eine kleine Probefahrt komplettierte das Ganze und sorgte für den nötigen praktischen Eindruck.

Gegen Mittag hieß es dann Abschied nehmen und den Kurs Richtung Wolfsburg einschlagen. Grüne Ufer, aber auch jede Menge Industrieansiedlungen und Berufsverkehr bestimmen hier die Strecke. Zwei Schleusen mussten auf dem Weg durchquert werden. Besonders beeindruckend war die Schleuse Anderten gleich hinter Hannover. Bei ihrer Einweihung 1928 war sie mit einer Länge von 225 Metern und einer Fallhöhe von 14,70 Metern die größte Binnenschleuse Europas. Hinter der Schleuse Sülfeld errichten wir schließlich unser Tagesziel und bekamen sogleich auch den Beweis, warum Wolfsburg den Beinamen „Autostadt“ trägt. So fließt der Mittellandkanal direkt an dem hier ansässigen VW-Werk vorbei.

Am nächsten Tag, das Ziel hieß Brandenburg an der Havel, ging es immer mehr in Heimatnähe. Große Vorfreude bereitete vor allem die Aussicht, am Wasserstraßenkreuz Magdeburg die 918 Meter lange Trogbrücke zu durchfahren. In ihr wird der Mittelkanal über die darunterverlaufende Elbe geführt. Doch leider machte uns eine Schleusensperrung einen Strich durch die Rechnung, wir mussten auf die Schleuse Rothensee ausweichen, die Elbe abwärts fahren und bei Parey schließlich in den Elbe-Havel-Kanal einbiegen. Vorbei an Genthin und über den Plauer See erreichten wir in den Abendstunden schließlich die wasserreiche Stadt Brandenburg an der Havel. In der Marina „Havel Marin“ nutzten wir einen der 110 Liegeplätze und ließen den Tag bei einem leckeren Essen im hafeneigenen Restaurant ausklingen.

Gern hätten wir am nächsten Morgen noch einen Abstecher auf die umliegenden Seen gemacht – viele davon sind auch mit dem Charterschein befahrbar – allerdings lag noch eine 46 Kilometer lange Strecke bis nach Potsdam vor uns. So verließen wir die Stadt in östliche Richtung auf der Unteren Havel-Wasserstraße. Übrigens ein Weg ohne Unterbrechungen, denn keine einzige Schleuse stoppt hier den Fahrtfluss. Dafür gibt es unterwegs umso mehr unberührte Natur und verträumte Ortschaften entlang der Ufer, darunter Groß Kreutz oder das 800 Jahre alte Fischerdorf Ketzin. Wenig später gelangten wir in den Sacrow-Paretzer Kanal, durchquerten den Jungfernsee und den Tiefen See und erreichten schließlich unser Ziel – den Anleger der Weißen Flotte Potsdam. Hier, am Fuße des hoch aufragenden Mercure Hotels, fand am Wochenende das finale „Open Boat“ der fünften Maritimen Deutschlandreise statt.

Präsentierte sich der beginnende Herbst am Samstag noch von seiner nasskalten Seite, zeigt er am Sonntag, dass er auch anders kann und tauchte die Potsdamer Innenstadt in wärmendes Sonnenlicht. Rund 430 Besucher integrierten einen Besuch auf unseren zwei Europa-Booten in ihre Wochenendplanung, kamen zu uns an Bord und ließen sich aus der 10-jährigen Geschichte des Charterscheins berichten. Das hohe Aufkommen an Fahrgastschiffen der Weißen Flotte illustrierte den Gästen bei Probefahrten dann auch gleich die einfache Manövrierfähigkeit der Boote.

Ein Resümee

Nachdem gegen 18 Uhr auch der letzte Besucher von Bord gegangen war und alle Fragen zu Führerscheinfreiheit, Bootstechnik und den schönsten Revieren beantwortet waren, ließen wir bei einer Tasse Kaffee die Maritime Deutschlandreise 2010 Revue passieren. Fünf Wochen waren wir unterwegs, haben 1 086 Kilomter zurückgelegt, dabei sechs verschiedenen Städten einen Besuch abgestattet und konnten auf unseren „Open Boat“-Veranstaltungen rund 3 880 Besucher empfangen – fast 2 000 mehr als im Vorjahr.

Ein Dankeschön daher an alle Hafenbetreiber, die uns so herzlich empfangen haben und uns Wochenende für Wochenende ideale Bedingungen für die Veranstaltungsreihe „Open Boat“ lieferten. Für den reibungslosen Ablauf natürlich auch ein großer Dank an alle Mitorganisatoren.

Auch 2011 wird die Maritime Deutschlandreise wieder bundesweit im Zeichen des Charterscheins unterwegs sein, wird über führerscheinfreien Bootsurlaub informieren und dafür begeistern. Wir freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen an Bord!


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