Verfasst von: md | 2. November 2010

Ein Resümee

Ein Resümee

Maritime Deutschlandreise 2010 geht mit positiver Bilanz zu Ende

Seit nunmehr zehn Jahren ist der Charterschein richtungsweisendes Element in der Förderung des deutschen Wassertourismus’. Auf maßgebliche Initiative des ADAC im Jahr 2000 eingeführt, sind damit heute bundesweit mehr als 700 Kilometer lange Wasserwege führerscheinfrei befahrbar. Neben Strecken in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat sich vor allem die Mecklenburgische Seenplatte als Paraderevier etabliert.

Um führerscheinfreie Bootsferien als Urlaubsform verstärkt bekannt zu machen, veranstaltet die ADAC Sportschifffahrt zusammen mit ihren Partnern (Cardinal Boating Holidays, DERTOUR, Ruff Bootsreisen, Ferien auf dem Wasser, Reisemagazin Seenland, TMB – Tourismus Marketing Brandenburg, REGiO-Nord) seit nunmehr fünf Jahren die „Maritime Deutschlandreise“ – eine publikumsnahe, praktisch ausgerichtete Event-Reihe. Mit zwei 5-Sterne-Schiffen aus der Flotte des Fürstenberger Hausbootspezialisten „Cardinal Boating Holidays“ ging es dabei  auch 2010 fünf Wochen lang, zwischen dem 11. September und dem 17. Oktober, vom Südwesten in den Nordosten der Republik. Entlang auf Neckar, Rhein, Mittellandkanal und Havel wurde jeweils an den Wochenenden in sechs verschiedenen Städten Station gemacht und der interessierten Öffentlichkeit beim „Open Boat“ die Möglichkeit gegeben, viel Wissenswertes über das Thema „Charterschein“ zu erfahren, die Funktionsweise der Boote bei einer Probefahrt kennen zu lernen und Reviertipps zu erhalten.

Den diesjährigen Auftakt bildete ein Pressegespräch im Ludwigsburger Boots-Center Dölker. Über Verlauf und Anliegen der „Maritimen Deutschlandreise“ informierten dabei unter anderem Dr. Steffen Häbich von der ADAC Sportschifffahrt sowie Reimund Elbe, Abteilungsleiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim ADAC Württemberg. Dass das Interesse an führerscheinfreiem Hausbooturlaub ungebrochen groß ist, zeigte sich auch beim ersten „Open Boat“ am darauffolgenden Wochenende. Bei traumhaftem Spätsommerwetter erschienen weit mehr Besucher als erwartet. 300 Anmeldungen waren im Vorfeld eingegangen. 1 000 Interessierte kamen letztendlich. Im 20-Minuten-Takt liefen die beiden Boote der Europa-Klasse zu Probefahrten aus. Dabei war der Blick an den Steg bis in die Abendstunden stets der gleiche: Sobald ein Schiff abgelegt hatte, warteten schon wieder mindestens drei „Bootsladungen“ am Ufer.

Nach diesem gelungenen Debüt ging es auf dem sich sanft windenden Neckar weiter nordwärts, vorbei an ausgedehnten Weinbergen bis nach Heilbronn. Auch hier, bei „Open Boat“ Nr. 2 im Württembergischen Motorbootclub, musste die erwartete Anzahl von 300 Besuchern um das Doppelte nach oben korrigiert werden. Sogar eine Reporterin vom SWR1 kam für ein Interview an Bord.

Nach dem Wochenende gaben Neckar und Rhein die Richtung vor. 130 Kilometer und 13 Schleuse galt es bis Worms zu überwinden. Uralte, auf hohen Felsen thronende Burganlagen prägten dabei die Landschaft. Zielhafen und „Open Boat“-Kulisse war diesmal der Motor-Yacht-Club Worms. Trotz recht frischer Temperaturen nutzten wieder mehr als 650 Interessierte die Gelegenheit, Informationen zum führerscheinfreien Hausbooturlaub einzuholen oder gar, ganz kurzentschlossen, bereits für die kommende Saison zu buchen.

Vorbei an ufernahen Burgen, Weinbergen und der weltberühmten Loreley führte die „Maritime Deutschlandreise“ danach weiter rheinabwärts. Anvisiertes Etappenziel war das Pfannkuchenschiff am Yachthafen von Oberwinter bei Bonn. Rund 300 Besucher konnten hier am Wochenende begrüßt werden – etwas weniger als bei den letzten Malen, dafür blieb jedoch genügend Zeit, intensive Gespräche zu führen, auf Fragen noch individueller einzugehen und die Schiffe genauestens zu begutachten.

Während der fünften Woche schipperten die Boote durch die Metropolregion Rhein-Ruhr, vorbei an Düsseldorf, Oberhausen und Münster. Nach rund 400 zurückgelegten Kilometern kam schließlich Minden, „Open Boat“-Stadt Nr. 5, in Sicht. Wie bereits am Auftakt-Wochenende zog das Thema „Führerscheinfreier Bootsurlaub“ auch hier einen Besucheransturm nach sich. Bei strahlend blauem Himmel kamen Samstag 300 und Sonntag 600 Besucher ans Wasser und an Bord. Groß war das Interesse an der Funktionsweise der Boote und damit an Probefahrten auf dem Mittellandkanal. Das Ergebnis: Ein Steg, auf dem sich schon um die Mittagszeit eine lange Warteschlange bildete.

Um der Presse erneut ausführlich Gelegenheit zu geben, Information rund um den Charterschein, um dafür geeignete Reviere und Bootstypen einzuholen, wurde während der letzten Woche ein Zwischenstopp im Boots- und Yachthafen der Marinekameradschaft Hannover eingelegt. Der Termin, initiiert durch die ADAC Sportschifffahrt, vermittelte durch eine kleine Probefahrt auch einen praktischen Eindruck.

Danach ging es über Wolfsburg und Brandenburg an der Havel weiter Richtung Potsdam, wo die Maritime Deutschlandreise 2010 ihren Abschluss finden sollte. Rund 430 Interessierte integrierten einen Besuch beim „Open Boat“ in ihre Wochenendplanung, kamen zum Anleger der Weiße Flotte und ließen sich aus der 10-jährigen Geschichte des Charterscheins berichten.

Will man eine Bilanz ziehen, sind Zahlen meist am aussagekräftigsten: Fünf Wochen lang führte die Maritime Deutschlandreise einmal quer durch die Republik, 1086 Kilometer wurden dabei auf Wasserwegen zurückgelegt, in sechs verschiedenen Städten fanden „Open Boat“-Termine statt, bei denn rund 3 880 Besucher  begrüßt werden konnten. Fast 2 000 mehr als im Vorjahr.

Dies zeigt, dass führerscheinfreier Bootsurlaub voll im Trend liegt und das Interesse daran stetig zunimmt. Darüber hinaus hat die Maritime Deutschlandreise 2010 noch zwei weitere Dinge belegt. Ältere und jüngere Semester, Familien mit Kindern, Pärchen und Freundesgruppen – das Publikum beim „Open Boat“ war jedes Mal bunt gemischt. Der Charterschein hat somit eine übergreifende Urlaubsform geschaffen und ist ein Anreiz bzw. eine echte Alternative für all jene, für die Ferien auf dem Wasser vorher kaum eine Rolle gespielt hat.

Auch hinsichtlich der Erfahrung unterschieden sich die Besucher. Während einige bereits einen solchen Urlaub gemacht hatten, die Gelegenheit nutzen, um Preise zu vergleichen, sich über den Erwerb  des Sportbootführerscheins Binnen zu informieren oder sich nach außerdeutschen Revieren –zum Beispiel Polen, Italien oder Frankreich – zu erkundigen, war der Charterschein für die Mehrheit ein noch unbekanntes Terrain. Häufig gestellte Fragen wie „Bootfahren ohne Führerschein – ist das wirklich möglich?“ oder „In welchen Revieren ist das erlaubt?“ zeigen, dass auch nach zehn Jahren noch „Aufklärungsbedarf“ besteht.

Für diesen Zweck werden sich die ADAC Sportschifffahrt  und ihre Partner auch in den kommenden Jahren engagieren, unter anderem 2011 mit der sechsten Auflage der Maritimen Deutschlandreise.


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