Verfasst von: md | 26. September 2011

Besucheransturm in Karlsruhe

Mehr als 1 200 Hausboot-Fans beim zweiten „Open Boat“

Eine spannende Woche liegt hinter uns. Nach dem ersten erfolgreichen „Open Boat“ hieß es am Montag: Abschied nehmen von Grenzach, ab auf den Oberrhein und Kurs halten auf Karlsruhe. Idyllische Flusslandschaften findet man hier zunächst kaum, denn der Rhein verläuft bis Breisach als Grand Canal d’Alsace (Rheinseitenkanal). Den kanalisierten Grenzfluss nutzt man vor allem für die Energiegewinnung und so begegnen uns mehrere gewaltige Wasserkraftwerke. Auch vier Schleusen galt es zu überwinden. Die wohl eindrucksvollste ist jene in Kembs. Entworfen wurde sie von Le Corbusier – schweizerisch-französischer Star-Designer des 20. Jahrhunderts, der sich sonst eher durch seine futuristischen Häuser und Möbel einen Namen gemacht hat.

Landgang zwischen Deutschland und Frankreich

Schöner wurden Landschaft und Wetter, ja geregnet hat es mal wieder, dann am nächsten Tag. Bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad ging es nach der Übernachtung in Breisach weiter rheinabwärts. Am linken Ufer: Frankreich mit einem herrlichen Blick auf das Elsass und die in der Ferne hoch aufragenden Vogesen. Am rechten Ufer: Deutschland mit Weinbergen und den Ausläufern von Schwarzwald und Kaiserstuhl. Gegen frühen Abend erreichten wir Kehl und damit unsere letzte Etappe vor Karlsruhe. Kurz frisch gemacht, entschieden wir uns für einen grenzüberschreitenden Landgang. Denn seit 2004 überspannt hier die Passerelle des deux Rives (dt. „Brücke der zwei Ufer“ oder „Europa-Brücke“) den Rhein und verbindet so Kehl und Straßburg miteinander. Gemütlich schlenderten wir durch die Straßburger Altstadt, die mit ihrem Münster, den vielen Fachwerkhäuser und engen Gassen zum Weltkulturerbe gehört.

1 200 zukünftige Hausbooturlauber

Mit diesen Eindrücken im Gepäck ging es am nächsten Tag weiter gen Karlsruhe. Rund 70 Kilometer galt es noch zu überwinden, dann liefen wir und unsere zwei Europa-Schiffe im Motorboot-Club Karlsruhe ein. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an das Team, das uns aufs Herzlichste begrüßte und uns die kommenden Tage stets mit Rat und Tat hilfsbereit zur Seite stand. Auch kulinarisch. So genossen wir jeden Abend beste badische Küche auf dem Clubschiff „Vater Rhein“. Eine Stärkung, die sich rückblickend mehr als auszahlte, denn am Wochenende war voller Einsatz gefragt. Bei bestem Spätsommerwetter, blauem Himmel und 28 Grad kamen über 1 200 Gäste zum „Open Boat“. Zwischendurch den Motor auszumachen, lohnte kaum, denn die beiden Europa-Schiffe liefen im 10-Minuten-Takt zu Probefahrten aus. Die Wartezeit vertrieb man sich entspannt im Restaurant oder am Bierstand. Gekommen war wieder ein bunter Mix an Hausbootinteressierten – von der jungen Familie mit Kindern bis hin zum älteren Ehepaar. Viele davon schon mit gezielten Fragen und Vorstellungen. Welches Boot ist das richtige für mich? Welches Revier ist für meinen zweiwöchigen Sommerurlaub das passende? Wie funktioniert das eigentlich mit dem Charterschein? Alles Fragen, die die Experten von Cardinal Boating Holidays und „Ferien auf dem Wasser“ an Land und an Bord detailliert beantworteten.

Eine kleine unfreiwillige Lehrstunde in „Wie-sollte-man-es-lieber-nicht-machen“ gab es zur allgemeinen Belustigung dann auch noch. Mit samt einer Ladung Gäste im Hafenbecken unterwegs, übersah unser Kapitän eine sandige Insel und blieb prompt drin stecken. Das zweite Europa-Schiff musste zu Hilfe eilen und es rausschleppen.

In der Hoffnung, dass dies die letzte Begegnung mit einer Untiefe war, geht die Maritime Deutschlandreise nun weiter. Koblenz ist das nächste Ziel. Anlässlich der Bundesgartenschau wird hier ab nächsten Samstag drei Tage lang zum „Open Boat“ geladen.

 

 


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