Verfasst von: md | 5. Oktober 2011

Drei Tage „Open Boat“ in der BUGA-Stadt Koblenz

Maritime Deutschlandreise zu Gast am Deutschen Eck

1 200 Gäste beim „Open Boat“ in Karlsruhe. Noch ganz hin und weg von diesem Besucherrekord – aber auch dementsprechend heiser und abgearbeitet – krochen wir am Montag aus unseren Kojen. Einen Tag Pause? Nix da! Das immer noch mehr als schöne Spätsommerwetter und die Aussicht auf den landschaftlich wohl schönsten Abschnitt der Reise ließ uns nicht lange tatenlos verweilen. Frisch aufgetankt, die Europa-Boote mit Benzin und wir durch ein ausgiebiges Frühstück, und schon ging es weiter. Wochenziel: rund 400 Kilometer den Rhein entlang bis nach Koblenz.

Schlösser, Burgen und Weinberge

Dabei waren wir immer Grenzgebiet unterwegs, denn erst trennt der Rhein Baden-Württemberg, später dann Hessen von Rheinland-Pfalz. Es ging vorbei an Speyer, Mannheim und Worms, bevor dann hinter Mainz der Inselrhein seine Bahnen zieht. Mehrere Insel, auch Auen genannt, bestimmen hier den Flusslauf und bilden zusammen mit den angrenzenden Stillgewässern und ungefestigten Uferzonen eine Kette von Naturschutzgebieten. Ab Bingen beginnt dann der Mittelrhein und mit ihm das, was sich viele unter Rheinromantik vorstellen: Burgen, Schlösser und Weinberge. Der Rhein fließt hier in einer engen Talform, wird links von Hunsrück und Eiffel, rechts von Taunus und Westerwald eingerahmt. Eine Region, die nicht nur landschaftlich eine Wucht ist, sondern auch kulinarisch einiges zu bieten hat. So wurde jeder Zwischenstopp auch gleich für Einblicke in die regionale Küche genutzt. Da die Weinsaison gerade begonnen hatte, gab es selbstverständlich Federweißer und dazu Pfälzer Saumagen. Obwohl der Name es nicht unbedingt vermuten lässt: Äußerst lecker!

Die Loreley bei Sonnenschein

Absolutes Highlight dieser Etappe war natürlich die Loreley bei Sankt Goarshausen. Der Schieferfelsen stellt sich hier dem Rhein als 125 Meter hohe Barriere in den Weg und verengt den Flusslauf bis auf 145 Meter. In schmalen Kurven und mit starker Strömung windet sich der Rhein durch das Felsmassiv. Auch jede Menge Berufsschifffahrt ist hier unterwegs. Daher unbedingt von Nöten: ein erfahrener Kapitän am Steuer. Besonders schön und eine Premiere nach sechs Jahren Maritime Deutschlandreise war zudem, dass uns die Loreley diesmal bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel begrüßte. Also die günstige Gelegenheit genutzt, schnell angelegt und hinauf zum Aussichtspunkt. Atemberaubend ist hier der Blick auf die Rheinkurven und Sankt Goarshausen mit der Burg Katz.

Open Boat: „Ein voller Erfolg!“

Nach der Übernachtung wieder rheinabwärts unterwegs, war es dann nur noch ein Katzensprung bis nach Koblenz. Vorbei am Deutschen Eck und abgebogen auf die Mosel, erreichten wir schon Freitagvormittag unseren Anleger am Peter-Altmeier-Ufer. Etwas Freizeit blieb noch und so entschieden wir uns für einen neuen Koblenz-Touristen-Klassiker: eine Fahrt mit der neuen Seilbahn hinauf auf die Burg Ehrenbreitenstein. Ein Erlebnis, dass uns das schlechte Wetter im Vorjahr verwehrt hatte.

Am nächsten Tag ging es dann Punkt 10 Uhr und bei hochsommerlichen 28 Grad in eine neue Runde „Open Boat“. Diesmal, anlässlich des Tages der Deutschen Einheit und der gerade in Koblenz stattfindenden Bundesgartenschau, sogar einen ganzen Tag länger. Der zu niedrige Wasserstrand der Mosel machte unserem ursprünglichen Plan jedoch einen Strich durch die Rechnung. So konnten wir den vorgesehenen Anleger nicht nutzten und mussten unsere wassersportinteressierten Gäste per Boot am Steiger der nahegelegenen Personenfähre abholen.

Und Besucher waren einige gekommen. Bis Montagabend gut 750. Rund 40 Prozent kamen gezielt aufgrund von Werbung, die restlichen 60 Prozent war „Laufkundschaft“, die einen Tag auf der BUGA mit der langersehnten Hausboot-Probefahrt verband. „Die drei Tage waren ein voller Erfolg“, so Gerlinde Ruff von der Agentur Ruff Bootsreisen, die zusammen mit Cardinal Boating Holidays als Expertin und Ansprechpartnerin vor Ort war. Neben schon erfahrenen Freizeitkapitänen waren auch etliche Neulinge angereist. „Von vielen Gästen hörte ich immer wieder ‚Hausbooturlaub ist schon lange unser Traum‘ oder aber ‚es ist toll, eine solch schwimmende Ferienwohnung mal richtig aus der Nähe zu sehen‘“, erzählt Ruff von ihren zahlreichen Beratungsgesprächen. Einige setzten ihren Wunsch im Nachgang auch gleich in die Tat um. Schon mehrmals klingelte im Ditzinger Büro von Gerline Ruff seitdem das Telefon. Am anderen Ende der Leitung ehemalige „Open Boat“-Gäste, die bei ihr sofort den nächsten oder auch ersten Bootsurlaub buchten.

Ein gutes Omen für das nächste Wochenende. Dann heißt es: „Open Boat“ in Münster!


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