Jeder kann Kapitän sein – mit dem Charterschein

Förderung von Wassersport- und -tourismus schufen die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Saarland die Möglichkeit, auf ungefährlichen Wasserstraßen Sportboote mit einer „Charterbescheinigung” zu führen. Dazu sind bestimmte Sicherheitsanforderungen zu beachten. Für diese ist das Charterunternehmen entweder verantwortlich oder weist im Rahmen der ausführlichen – mindestens dreistündigen – Einweisung darauf hin.

Der Charterschein, wie die Bescheinigung verkürzt genannt wird, ist in drei Bereichen beschränkt. Er gilt nur für die Dauer der Bootsmiete, nur auf der abgesprochenen Route und nur für das jeweilige Boot. Den Charterschein erhält man von dem dazu befugten Bootsvermieter und sollte daher mit diesem schon in der Planung die Route absprechen. Denn einige Gewässer sind nicht für Charterschein-Besitzer freigegeben; außerdem darf man nicht nachts fahren. Eine weitere Begrenzung liegt bei der Bootslänge und Passagierzahl: auf weniger als 15 Metern dürfen maximal 12 Personen untergebracht werden.

Dass all diese Beschränkungen und Begrenzungen den Spaß und das Abenteuer von Urlaub auf dem Ferienboot nicht schmälern können, davon können sich Besucher des „Open Boat” bei der maritimien Deutschlandreise überzeugen. Auch die Bootstouren im „Magazin Seenland” orientieren sich am Charterschein.

Die Charterschein-Regelung wurd 2000 versuchsweise eingeführt; seit 2004 ist sie geltendes Recht. Drei Jahre nach der Einführung gab es in Brandenburg, dem wasserreichsten Bundesland der Republik, insgesamt 1.999 Vercharterungen, davon 714 mit Charterschein. Von den Bootsführern wurden 18 Unfälle verursacht, davon 5 von Charterschein- und 13 von Führerscheininhabern.

Peter Schoh
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