Verfasst von: md | 18. Oktober 2011

„Open Boat“-Finale in Hannover

3700 Besucher – Maritime Deutschlandreise 2011 geht mit mehr als positiver Bilanz zu Ende

Sachen, die Spaß machen, gehen immer viel zu schnell vorbei. Das war die einheitliche Meinung der Crew während des Abschiedsfrühstücks im Stadthafen Münster. Denn wenig später wurde schon wieder der Motor der beiden Europa-Schiffe angeworfen und es ging in die letzte Runde der diesjährigen Maritimen Deutschlandreise. Das finale Vorhaben: rund 200 Kilometer bis nach Hannover.

Auf dem Mittellandkanal nach Hannover

Dabei war Kanalfahrt angesagt. Erst noch ein Stück auf dem den Dortmund-Ems-Kanal, dann ab Bramsche weiter auf dem Mittellandkanal. Mal sind die Ufer hier recht karg, mal wirkt die mit rund 325 Kilometern längste künstliche Wasserstraße Deutschlands aber auch so, als ob sie ganz natürlicher Teil der Landschaft wäre. Spannend war das Passieren des Wasserstraßenkreuzes in Minden. In einer Trogbrücke überquert der Kanal hier die Weser.

Am Donnerstagabend liefen wir dann im Hafen der Marinekameradschaft Hannover ein und wurden aufs Herzlichste begrüßt. Ein Tag zum Vorbereiten und Verschnaufen, dann hieß es Samstag pünktlich um 10 Uhr: Herzlich willkommen zum letzten „Open Boat“ der sechsten Maritimen Deutschlandreise! Das Interesse an Hausbooturlaub und der strahlende Herbstsonnenschein bescherte uns dabei wieder reichlich Besucher. Bis zum Sonntag waren rund 850 Gäste zu Probefahrten, Bootsbesichtigungen und Beratungsgesprächen über Charterschein und Reviere gekommen. Ältere und jüngere Semester, Familien mit Kindern, Pärchen und Freundesgruppen, Bootserfahrene und absolute Neulinge – das Publikum war dabei wieder bunt gemischt.

Ein Resümee

Abends saßen wir noch lange zusammen und zogen Bilanz. Hunderte Kilometer hatten wir in den letzten vier Wochen auf Rhein, Dortmund-Ems- und Mittellandkanal zurückgelegt. Insgesamt 3700 Besucher konnten wir an den Wochenenden in Grenzach, Karlsruhe, Koblenz, Münster und Hannover begrüßen. Wieder eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Dies zeigt, dass führerscheinfreier Bootsurlaub voll im Trend liegt und das Interesse an Ferien auf dem Wasser stetig zunimmt. Neben Fragen zum Charterschein, zu Preisen und den schönsten Revieren in Deutschland, Italien, Frankreich und Polen standen dabei vor allem die zwei 5-Sterne-Schiffen aus der Flotte des Fürstenberger Hausbootspezialisten „Cardinal Boating Holidays“ im Mittelpunkt.

Um führerscheinfreie Bootsferien als Urlaubsform weiter verstärkt bekannt zu machen, wird es auch 2012 wieder eine Maritime Deutschlandreise geben – organisiert von der ADAC Sportschifffahrt und ihren Partnern (Cardinal Boating Holidays, DERTOUR, Ruff Bootsreisen, Ferien auf dem Wasser, Reisemagazin Seenland, REGiO-Nord). Denn auch in seinem elften Jahr, 2000 wurde der Charterschein eingeführt, besteht immer noch „Aufklärungsbedarf“. Das zeigten häufige Fragen wie „Bootfahren ohne Führerschein – ist das wirklich möglich?“ oder „In welchen Revieren ist das erlaubt?“

Also bis zum nächsten Jahr, wenn die Maritime Deutschlandreise in ihre siebente Auflage geht!

Verfasst von: md | 11. Oktober 2011

„Open Boat“ in Münster

Fahrradstadt wird zur „Boat City“: Maritime Deutschlandreise zu Gast in Münster

Drei Tage „Open Boat“ in Koblenz. Viele nette Menschen getroffen, viele interessante Gespräche geführt. Daran könnte man sich gewöhnen und gern wären wir noch etwas länger geblieben. Aber die Maritime Deutschlandreise heißt ja nicht umsonst Maritime Deutschlandreise und so ging es am Dienstag ruck zuck und mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck wieder hinaus auf den Rhein.

Schon nach wenigen Kilometern zogen hier wieder Burgen an uns vorüber, später auch die Reste der Ludendorff-Brücke bei Remagen – ein Bauwerk, das in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Hinter Bonn tritt der Fluss dann in das Norddeutsche Tiefland ein und wird vom Mittel- zum Niederrhein.

Durchs Ruhrgebiet

Vieles deutete hier daraufhin, dass wir uns in Deutschlands größtem Ballungsraum, dem Ruhrgebiet bzw. der Metropolregion Rhein-Ruhr, befanden. Denn breit und in seinem Verlauf reguliert zieht sich der Fluss an stark besiedelten und industrialisierten Ufern entlang. Wo einst Stahlwerke, Glashütten oder Textilunternehmen aufragten, zeigt sich heute ein anderes Bild. Vor allem Düsseldorf beweist, dass es zu Recht zu den wirtschaftlichen „Big Five“ Deutschlands gehört: Denn nicht nur den Fernsehturm, den nordrhein-westfälische Landtag und die Rheinkniebrücke konnten wir vom Deck aus erspähen, sondern auch die verschiedenen ufernahen Konzernzentralen und den Medienhafen.

Dann weiter auf dem Rhein-Herne-Kanal nach Oberhausen. Früher rauchten hier die Schornsteine der zahlreichen Zechen, heute erinnern Industriedenkmäler wie der im Dunkeln hell erleuchtete Gasometer an die vergangene Blütezeit der Kohleförderung. Über weite Strecken verläuft die A 42 parallel zum Kanal, häufig erscheint die Wasserstraße aber auch unerwartet natürlich: An einigen Uferabschnitten ziehen sich dichte Waldstücke entlang, auf saftig-grünen Wiesen genießen Menschen die Nachmittagssonne, manche werfen sogar die Angel aus.

Münster in Sicht

Für die letzten Kilometer war der Dortmund-Ems-Kanal unser Wasserweg. Höchst beeindruckendes Bauwerk unterwegs: das alte, 1899 erbaute Schiffshebewerk Henrichenburg bei Waltrop. Seit 1962 außer Betrieb, ist es heute Sitz des Westfälischen Industriemuseums und damit Teil des äußerst interessanten Schleusenparks Waltrop. Leicht geschafft und bereit für einen Landgang, erreichten wir am Donnerstagabend schließlich den Stadthafen von Münster. Es dämmerte bereits, als wir uns zu einem gemütlichen Spaziergang durch die Altstadt aufmachten. Später genossen wir noch eine für die Region typische Spezialität: Grünkohl nach Münsterländer Art, mit Bratkartoffeln, Kasseler, Speck und Mettwurst.

Besucherandrang, ungewöhnliche Kaufanfragen und ein Gast vom ADAC

Eine deftige Stärkung für das Wochenende, an dem sich wieder alles um den Hausbooturlaub drehte. 600 Besucher – die hervorragende Bilanz von „Open Boat“ Nr. 4. Und wieder mal die Erkenntnis, das sich Werbung auszahlt. Denn viele hatten die Anzeigen in der örtlichen Presse oder die ADAC-Newsletter gelesen und waren gezielt vorbeigekommen, um Probe zu fahren und sich über mögliche Urlaubsrouten zu informieren. „Einige waren sogar extra von weither angereist“, so Cindy Gramsch von „hausboot-boerse.de“, ein auf Bootsurlaub spezialisierter Online-Auftritt des Reiseveranstalters DERTOUR und Mitorganisator des Münsteraner Events. Natürlich standen vor allem die beiden Europa-Schiffe im Zentrum des Interesses. „Ein Ehepaar, selbst Bootseigner einer 14-Meter-Yacht, war von Inneneinrichtung und Aufteilung sogar derart begeistert, dass sie ihre Besichtigung mit dem Satz abschlossen: ‚Wo können wir das kaufen?‘“, erinnert sich Gramsch an eine besonders interessante Begegnung.

Aber auch jenseits der „Open Boat“-Termine zeigt die Maritime Deutschlandreise Publikumswirksamkeit. Wer nicht vor Ort sein konnte, griff zum Telefon. So flatterten bei Cardinal Boating Holidays in den letzten Wochen schon viele Katalogbestellungen ins Haus.

Bevor diese Reisetagbuchseite beendet wird, noch einen besonderen Dank an Herrn Karl Rackerseder. Der ehemalige Leiter der ADAC Sportschifffahrt war am Sonntag extra angereist, hat sich unter die Besucher gemischt und uns in allen Lagen mit Rat und Tat unterstützt. Dafür ein großes Dankeschön!

Jetzt sind wir schon wieder unterwegs. Etwas wehmütig, denn in Hannover geht es in die letzte Runde. Fast 3 000 Gäste konnten wir in den vergangenen vier Wochen an Bord begrüßen. Schon jetzt Maritime Deutschlandreise-Rekord. Man darf gespannt sein auf das amtliche Endergebnis…Bis dahin: Ahoi!

Verfasst von: md | 5. Oktober 2011

Drei Tage „Open Boat“ in der BUGA-Stadt Koblenz

Maritime Deutschlandreise zu Gast am Deutschen Eck

1 200 Gäste beim „Open Boat“ in Karlsruhe. Noch ganz hin und weg von diesem Besucherrekord – aber auch dementsprechend heiser und abgearbeitet – krochen wir am Montag aus unseren Kojen. Einen Tag Pause? Nix da! Das immer noch mehr als schöne Spätsommerwetter und die Aussicht auf den landschaftlich wohl schönsten Abschnitt der Reise ließ uns nicht lange tatenlos verweilen. Frisch aufgetankt, die Europa-Boote mit Benzin und wir durch ein ausgiebiges Frühstück, und schon ging es weiter. Wochenziel: rund 400 Kilometer den Rhein entlang bis nach Koblenz.

Schlösser, Burgen und Weinberge

Dabei waren wir immer Grenzgebiet unterwegs, denn erst trennt der Rhein Baden-Württemberg, später dann Hessen von Rheinland-Pfalz. Es ging vorbei an Speyer, Mannheim und Worms, bevor dann hinter Mainz der Inselrhein seine Bahnen zieht. Mehrere Insel, auch Auen genannt, bestimmen hier den Flusslauf und bilden zusammen mit den angrenzenden Stillgewässern und ungefestigten Uferzonen eine Kette von Naturschutzgebieten. Ab Bingen beginnt dann der Mittelrhein und mit ihm das, was sich viele unter Rheinromantik vorstellen: Burgen, Schlösser und Weinberge. Der Rhein fließt hier in einer engen Talform, wird links von Hunsrück und Eiffel, rechts von Taunus und Westerwald eingerahmt. Eine Region, die nicht nur landschaftlich eine Wucht ist, sondern auch kulinarisch einiges zu bieten hat. So wurde jeder Zwischenstopp auch gleich für Einblicke in die regionale Küche genutzt. Da die Weinsaison gerade begonnen hatte, gab es selbstverständlich Federweißer und dazu Pfälzer Saumagen. Obwohl der Name es nicht unbedingt vermuten lässt: Äußerst lecker!

Die Loreley bei Sonnenschein

Absolutes Highlight dieser Etappe war natürlich die Loreley bei Sankt Goarshausen. Der Schieferfelsen stellt sich hier dem Rhein als 125 Meter hohe Barriere in den Weg und verengt den Flusslauf bis auf 145 Meter. In schmalen Kurven und mit starker Strömung windet sich der Rhein durch das Felsmassiv. Auch jede Menge Berufsschifffahrt ist hier unterwegs. Daher unbedingt von Nöten: ein erfahrener Kapitän am Steuer. Besonders schön und eine Premiere nach sechs Jahren Maritime Deutschlandreise war zudem, dass uns die Loreley diesmal bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel begrüßte. Also die günstige Gelegenheit genutzt, schnell angelegt und hinauf zum Aussichtspunkt. Atemberaubend ist hier der Blick auf die Rheinkurven und Sankt Goarshausen mit der Burg Katz.

Open Boat: „Ein voller Erfolg!“

Nach der Übernachtung wieder rheinabwärts unterwegs, war es dann nur noch ein Katzensprung bis nach Koblenz. Vorbei am Deutschen Eck und abgebogen auf die Mosel, erreichten wir schon Freitagvormittag unseren Anleger am Peter-Altmeier-Ufer. Etwas Freizeit blieb noch und so entschieden wir uns für einen neuen Koblenz-Touristen-Klassiker: eine Fahrt mit der neuen Seilbahn hinauf auf die Burg Ehrenbreitenstein. Ein Erlebnis, dass uns das schlechte Wetter im Vorjahr verwehrt hatte.

Am nächsten Tag ging es dann Punkt 10 Uhr und bei hochsommerlichen 28 Grad in eine neue Runde „Open Boat“. Diesmal, anlässlich des Tages der Deutschen Einheit und der gerade in Koblenz stattfindenden Bundesgartenschau, sogar einen ganzen Tag länger. Der zu niedrige Wasserstrand der Mosel machte unserem ursprünglichen Plan jedoch einen Strich durch die Rechnung. So konnten wir den vorgesehenen Anleger nicht nutzten und mussten unsere wassersportinteressierten Gäste per Boot am Steiger der nahegelegenen Personenfähre abholen.

Und Besucher waren einige gekommen. Bis Montagabend gut 750. Rund 40 Prozent kamen gezielt aufgrund von Werbung, die restlichen 60 Prozent war „Laufkundschaft“, die einen Tag auf der BUGA mit der langersehnten Hausboot-Probefahrt verband. „Die drei Tage waren ein voller Erfolg“, so Gerlinde Ruff von der Agentur Ruff Bootsreisen, die zusammen mit Cardinal Boating Holidays als Expertin und Ansprechpartnerin vor Ort war. Neben schon erfahrenen Freizeitkapitänen waren auch etliche Neulinge angereist. „Von vielen Gästen hörte ich immer wieder ‚Hausbooturlaub ist schon lange unser Traum‘ oder aber ‚es ist toll, eine solch schwimmende Ferienwohnung mal richtig aus der Nähe zu sehen‘“, erzählt Ruff von ihren zahlreichen Beratungsgesprächen. Einige setzten ihren Wunsch im Nachgang auch gleich in die Tat um. Schon mehrmals klingelte im Ditzinger Büro von Gerline Ruff seitdem das Telefon. Am anderen Ende der Leitung ehemalige „Open Boat“-Gäste, die bei ihr sofort den nächsten oder auch ersten Bootsurlaub buchten.

Ein gutes Omen für das nächste Wochenende. Dann heißt es: „Open Boat“ in Münster!

Verfasst von: md | 26. September 2011

Besucheransturm in Karlsruhe

Mehr als 1 200 Hausboot-Fans beim zweiten „Open Boat“

Eine spannende Woche liegt hinter uns. Nach dem ersten erfolgreichen „Open Boat“ hieß es am Montag: Abschied nehmen von Grenzach, ab auf den Oberrhein und Kurs halten auf Karlsruhe. Idyllische Flusslandschaften findet man hier zunächst kaum, denn der Rhein verläuft bis Breisach als Grand Canal d’Alsace (Rheinseitenkanal). Den kanalisierten Grenzfluss nutzt man vor allem für die Energiegewinnung und so begegnen uns mehrere gewaltige Wasserkraftwerke. Auch vier Schleusen galt es zu überwinden. Die wohl eindrucksvollste ist jene in Kembs. Entworfen wurde sie von Le Corbusier – schweizerisch-französischer Star-Designer des 20. Jahrhunderts, der sich sonst eher durch seine futuristischen Häuser und Möbel einen Namen gemacht hat.

Landgang zwischen Deutschland und Frankreich

Schöner wurden Landschaft und Wetter, ja geregnet hat es mal wieder, dann am nächsten Tag. Bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad ging es nach der Übernachtung in Breisach weiter rheinabwärts. Am linken Ufer: Frankreich mit einem herrlichen Blick auf das Elsass und die in der Ferne hoch aufragenden Vogesen. Am rechten Ufer: Deutschland mit Weinbergen und den Ausläufern von Schwarzwald und Kaiserstuhl. Gegen frühen Abend erreichten wir Kehl und damit unsere letzte Etappe vor Karlsruhe. Kurz frisch gemacht, entschieden wir uns für einen grenzüberschreitenden Landgang. Denn seit 2004 überspannt hier die Passerelle des deux Rives (dt. „Brücke der zwei Ufer“ oder „Europa-Brücke“) den Rhein und verbindet so Kehl und Straßburg miteinander. Gemütlich schlenderten wir durch die Straßburger Altstadt, die mit ihrem Münster, den vielen Fachwerkhäuser und engen Gassen zum Weltkulturerbe gehört.

1 200 zukünftige Hausbooturlauber

Mit diesen Eindrücken im Gepäck ging es am nächsten Tag weiter gen Karlsruhe. Rund 70 Kilometer galt es noch zu überwinden, dann liefen wir und unsere zwei Europa-Schiffe im Motorboot-Club Karlsruhe ein. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an das Team, das uns aufs Herzlichste begrüßte und uns die kommenden Tage stets mit Rat und Tat hilfsbereit zur Seite stand. Auch kulinarisch. So genossen wir jeden Abend beste badische Küche auf dem Clubschiff „Vater Rhein“. Eine Stärkung, die sich rückblickend mehr als auszahlte, denn am Wochenende war voller Einsatz gefragt. Bei bestem Spätsommerwetter, blauem Himmel und 28 Grad kamen über 1 200 Gäste zum „Open Boat“. Zwischendurch den Motor auszumachen, lohnte kaum, denn die beiden Europa-Schiffe liefen im 10-Minuten-Takt zu Probefahrten aus. Die Wartezeit vertrieb man sich entspannt im Restaurant oder am Bierstand. Gekommen war wieder ein bunter Mix an Hausbootinteressierten – von der jungen Familie mit Kindern bis hin zum älteren Ehepaar. Viele davon schon mit gezielten Fragen und Vorstellungen. Welches Boot ist das richtige für mich? Welches Revier ist für meinen zweiwöchigen Sommerurlaub das passende? Wie funktioniert das eigentlich mit dem Charterschein? Alles Fragen, die die Experten von Cardinal Boating Holidays und „Ferien auf dem Wasser“ an Land und an Bord detailliert beantworteten.

Eine kleine unfreiwillige Lehrstunde in „Wie-sollte-man-es-lieber-nicht-machen“ gab es zur allgemeinen Belustigung dann auch noch. Mit samt einer Ladung Gäste im Hafenbecken unterwegs, übersah unser Kapitän eine sandige Insel und blieb prompt drin stecken. Das zweite Europa-Schiff musste zu Hilfe eilen und es rausschleppen.

In der Hoffnung, dass dies die letzte Begegnung mit einer Untiefe war, geht die Maritime Deutschlandreise nun weiter. Koblenz ist das nächste Ziel. Anlässlich der Bundesgartenschau wird hier ab nächsten Samstag drei Tage lang zum „Open Boat“ geladen.

 

 

Verfasst von: md | 19. September 2011

Maritime Deutschlandreise hat begonnen

Erstes „Open Boat“ in Basel (Grenzach/Wyhlen)

Der Startschuss zur Maritimen Deutschlandreise 2011 ist gefallen. Mehr als 300 Gäste kamen am vergangenen Wochenende in den Yachtclub Hörnle und erlebten zwei spannende „Open Boat“-Tage ganz im Zeichen des Hausbooturlaubs. Schien am Samstag noch die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel, zeigte sich der Sommer 2011 am Folgetag mit viel Regen wieder von seiner schlechten, aber schon bekannten Seite. Der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. So ging es mit den beiden Booten der Europa-Serie in kurzen Abständen zu Probefahrten hinaus auf den Rhein. Für die Besucher Gelegenheit, einmal selbst hinter das Steuerrad zu treten, den Komfort unter Deck genauestens unter die Lupe zu nehmen und Inspirationen für den nächsten Hausbooturlaub zu sammeln. Einziger Zwischenfall: Die Wasserschutzpolizei stattete uns einen Besuch ab und überprüfte, ob auch alles Notwendige wie Feuerlöscher und Schwimmwesten an Bord sei. Natürlich gab es nichts zu beanstanden.

Für die Experten vor Ort, Bootsspezialist Cardinal Boating Holidays aus Fürstenberg/Havel und das Schweizer Reisebüro Aquatravel, bedeuteten die zwei Tage vor allem eines: an Land und an Bord ohne Unterlass Fragen beantworten. Von empfehlenswerten Revieren über Bootstypen bis hin zur Führerscheinfreiheit. Die Fragesteller kamen dabei nicht nur aus Deutschland. Durch die Lage im Dreiländereck waren auch bootsinteressierte Schweizer und Liechtensteiner dem medialen Aufruf gefolgt.

Mittlerweile haben die beiden Europa-Schiffe ihren Premieren-Hafen wieder verlassen und sind auf dem Rhein unterwegs Richtung Norden. 200 Kilometer liegen vor ihnen – dann ist mit Karlsruhe der nächste „Open Boat“-Standort erreicht.

Verfasst von: md | 14. September 2011

Vor dem Wasser- kommt der Landweg

„Europa“-Boote unterwegs an den Rhein

Die Maritime Deutschlandreise hat begonnen. Zwar noch nicht offiziell und auch noch ohne eine Handbreit Wasser unterm Kiel, aber die zwei modernen Hausboote der Europa-Serie sind bereits in Bewegung. Denn am gestrigen Dienstag hießt es bei Cardinal Boating Holidays: raus aus dem Wasser, Gurte umgeschnallt und mit der Krananlage rauf auf die Ladeflächen zweier LKWs. Nun sind „Ara“ (Europa 400) und „Pictor“ (Europa 600) auf dem Weg Richtung Südwesten. Knapp 950 Kilometer müssen von Fürstenberg/Havel bis nach Grenzach-Wyhlen am Rhein überwunden werden.

Dort, genauer gesagt im Yachtclub Hörnle, fällt am kommenden Wochenende (17. und 18. September) der Startschuss zur mittlerweile sechsten Maritimen Deutschlandreise. Dann heißt es für die Europa-Schiffe: wieder zurück ins angestammte Element. Und für Besucher: zwei Tage lang „Open Boat“ mit Probefahrten, Schiffsbesichtigungen und Experten-Tipps rund um das Thema Hausbooturlaub.

Bis dahin wünschen wir Booten und Besatzung eine gute Fahrt!

Verfasst von: md | 22. Juli 2011

Reisetagebuch 2011

Bald ist es soweit: Die sechsten Auflage der Maritimen Deutschlandreise startet am 17. September 2011 in Basel!

Wieder werden unter der Schirmherrschaft der ADAC Sportschifffahrt die Hausboote vom Typ „Europa“ in See stechen. Sie passieren auf der Reise quer durch Deutschland reizvolle Landschaften und laden zum „Open Boat“ jedes Wochenende in einem anderen Hafen ein. Wer über die Geschehnisse auf dem Laufen bleiben möchte, findet mit Beginn der Reise an dieser Stelle ein wöchentlich aktualisiertes Reisetagebuch. Landeskundliche Höhepunkte und wassertouristische Besonderheiten der einzelnen Etappen zwischen Basel und Hannover finden dabei ebenso Platz wie interessante Begegnungen mit Menschen an Bord und beim Landgang. Also klicken Sie sich rein und holen Sie sich Anregungen! Wer live dabei sein, sich informieren oder gar ein Stück mitfahren möchte, findet an folgenden Terminen zwischen 10 und 18 Uhr Gelegenheit dazu:

Erste Woche: Basel – Karlsruhe

„Open Boat“ 17./18. September – Grenzach/Wyhlen, Yachtclub Hörnle Grenzach, Baseler Str. 81, 79639 Grenzach-Whylen

Zweite Woche: Karlsruhe – Koblenz

„Open Boat“ 24./25. September – Karlsruhe, MBC Karlsruhe, Maxau am Rhein 16, 76187 Karslruhe

Dritte Woche: Koblenz – Münster

„Open Boat“ 1. bis 3. Oktober – Koblenz, Anleger am Peter Altmeyer Ufer

Vierte Woche: Münster – Hannover

„Open Boat8./9. Oktober – Münster, Stadthafen Münster, Hafenweg 6, 48155 Münster

Fünfte Woche: Hannover – Fürstenberg

„Open Boat15./16. Oktober – Hannover, Marinekameradschaft Hannover, Werftstr. 19, 30163 Hannover

Verfasst von: md | 2. November 2010

Ein Resümee

Ein Resümee

Maritime Deutschlandreise 2010 geht mit positiver Bilanz zu Ende

Seit nunmehr zehn Jahren ist der Charterschein richtungsweisendes Element in der Förderung des deutschen Wassertourismus’. Auf maßgebliche Initiative des ADAC im Jahr 2000 eingeführt, sind damit heute bundesweit mehr als 700 Kilometer lange Wasserwege führerscheinfrei befahrbar. Neben Strecken in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat sich vor allem die Mecklenburgische Seenplatte als Paraderevier etabliert.

Um führerscheinfreie Bootsferien als Urlaubsform verstärkt bekannt zu machen, veranstaltet die ADAC Sportschifffahrt zusammen mit ihren Partnern (Cardinal Boating Holidays, DERTOUR, Ruff Bootsreisen, Ferien auf dem Wasser, Reisemagazin Seenland, TMB – Tourismus Marketing Brandenburg, REGiO-Nord) seit nunmehr fünf Jahren die „Maritime Deutschlandreise“ – eine publikumsnahe, praktisch ausgerichtete Event-Reihe. Mit zwei 5-Sterne-Schiffen aus der Flotte des Fürstenberger Hausbootspezialisten „Cardinal Boating Holidays“ ging es dabei  auch 2010 fünf Wochen lang, zwischen dem 11. September und dem 17. Oktober, vom Südwesten in den Nordosten der Republik. Entlang auf Neckar, Rhein, Mittellandkanal und Havel wurde jeweils an den Wochenenden in sechs verschiedenen Städten Station gemacht und der interessierten Öffentlichkeit beim „Open Boat“ die Möglichkeit gegeben, viel Wissenswertes über das Thema „Charterschein“ zu erfahren, die Funktionsweise der Boote bei einer Probefahrt kennen zu lernen und Reviertipps zu erhalten.

Den diesjährigen Auftakt bildete ein Pressegespräch im Ludwigsburger Boots-Center Dölker. Über Verlauf und Anliegen der „Maritimen Deutschlandreise“ informierten dabei unter anderem Dr. Steffen Häbich von der ADAC Sportschifffahrt sowie Reimund Elbe, Abteilungsleiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim ADAC Württemberg. Dass das Interesse an führerscheinfreiem Hausbooturlaub ungebrochen groß ist, zeigte sich auch beim ersten „Open Boat“ am darauffolgenden Wochenende. Bei traumhaftem Spätsommerwetter erschienen weit mehr Besucher als erwartet. 300 Anmeldungen waren im Vorfeld eingegangen. 1 000 Interessierte kamen letztendlich. Im 20-Minuten-Takt liefen die beiden Boote der Europa-Klasse zu Probefahrten aus. Dabei war der Blick an den Steg bis in die Abendstunden stets der gleiche: Sobald ein Schiff abgelegt hatte, warteten schon wieder mindestens drei „Bootsladungen“ am Ufer.

Nach diesem gelungenen Debüt ging es auf dem sich sanft windenden Neckar weiter nordwärts, vorbei an ausgedehnten Weinbergen bis nach Heilbronn. Auch hier, bei „Open Boat“ Nr. 2 im Württembergischen Motorbootclub, musste die erwartete Anzahl von 300 Besuchern um das Doppelte nach oben korrigiert werden. Sogar eine Reporterin vom SWR1 kam für ein Interview an Bord.

Nach dem Wochenende gaben Neckar und Rhein die Richtung vor. 130 Kilometer und 13 Schleuse galt es bis Worms zu überwinden. Uralte, auf hohen Felsen thronende Burganlagen prägten dabei die Landschaft. Zielhafen und „Open Boat“-Kulisse war diesmal der Motor-Yacht-Club Worms. Trotz recht frischer Temperaturen nutzten wieder mehr als 650 Interessierte die Gelegenheit, Informationen zum führerscheinfreien Hausbooturlaub einzuholen oder gar, ganz kurzentschlossen, bereits für die kommende Saison zu buchen.

Vorbei an ufernahen Burgen, Weinbergen und der weltberühmten Loreley führte die „Maritime Deutschlandreise“ danach weiter rheinabwärts. Anvisiertes Etappenziel war das Pfannkuchenschiff am Yachthafen von Oberwinter bei Bonn. Rund 300 Besucher konnten hier am Wochenende begrüßt werden – etwas weniger als bei den letzten Malen, dafür blieb jedoch genügend Zeit, intensive Gespräche zu führen, auf Fragen noch individueller einzugehen und die Schiffe genauestens zu begutachten.

Während der fünften Woche schipperten die Boote durch die Metropolregion Rhein-Ruhr, vorbei an Düsseldorf, Oberhausen und Münster. Nach rund 400 zurückgelegten Kilometern kam schließlich Minden, „Open Boat“-Stadt Nr. 5, in Sicht. Wie bereits am Auftakt-Wochenende zog das Thema „Führerscheinfreier Bootsurlaub“ auch hier einen Besucheransturm nach sich. Bei strahlend blauem Himmel kamen Samstag 300 und Sonntag 600 Besucher ans Wasser und an Bord. Groß war das Interesse an der Funktionsweise der Boote und damit an Probefahrten auf dem Mittellandkanal. Das Ergebnis: Ein Steg, auf dem sich schon um die Mittagszeit eine lange Warteschlange bildete.

Um der Presse erneut ausführlich Gelegenheit zu geben, Information rund um den Charterschein, um dafür geeignete Reviere und Bootstypen einzuholen, wurde während der letzten Woche ein Zwischenstopp im Boots- und Yachthafen der Marinekameradschaft Hannover eingelegt. Der Termin, initiiert durch die ADAC Sportschifffahrt, vermittelte durch eine kleine Probefahrt auch einen praktischen Eindruck.

Danach ging es über Wolfsburg und Brandenburg an der Havel weiter Richtung Potsdam, wo die Maritime Deutschlandreise 2010 ihren Abschluss finden sollte. Rund 430 Interessierte integrierten einen Besuch beim „Open Boat“ in ihre Wochenendplanung, kamen zum Anleger der Weiße Flotte und ließen sich aus der 10-jährigen Geschichte des Charterscheins berichten.

Will man eine Bilanz ziehen, sind Zahlen meist am aussagekräftigsten: Fünf Wochen lang führte die Maritime Deutschlandreise einmal quer durch die Republik, 1086 Kilometer wurden dabei auf Wasserwegen zurückgelegt, in sechs verschiedenen Städten fanden „Open Boat“-Termine statt, bei denn rund 3 880 Besucher  begrüßt werden konnten. Fast 2 000 mehr als im Vorjahr.

Dies zeigt, dass führerscheinfreier Bootsurlaub voll im Trend liegt und das Interesse daran stetig zunimmt. Darüber hinaus hat die Maritime Deutschlandreise 2010 noch zwei weitere Dinge belegt. Ältere und jüngere Semester, Familien mit Kindern, Pärchen und Freundesgruppen – das Publikum beim „Open Boat“ war jedes Mal bunt gemischt. Der Charterschein hat somit eine übergreifende Urlaubsform geschaffen und ist ein Anreiz bzw. eine echte Alternative für all jene, für die Ferien auf dem Wasser vorher kaum eine Rolle gespielt hat.

Auch hinsichtlich der Erfahrung unterschieden sich die Besucher. Während einige bereits einen solchen Urlaub gemacht hatten, die Gelegenheit nutzen, um Preise zu vergleichen, sich über den Erwerb  des Sportbootführerscheins Binnen zu informieren oder sich nach außerdeutschen Revieren –zum Beispiel Polen, Italien oder Frankreich – zu erkundigen, war der Charterschein für die Mehrheit ein noch unbekanntes Terrain. Häufig gestellte Fragen wie „Bootfahren ohne Führerschein – ist das wirklich möglich?“ oder „In welchen Revieren ist das erlaubt?“ zeigen, dass auch nach zehn Jahren noch „Aufklärungsbedarf“ besteht.

Für diesen Zweck werden sich die ADAC Sportschifffahrt  und ihre Partner auch in den kommenden Jahren engagieren, unter anderem 2011 mit der sechsten Auflage der Maritimen Deutschlandreise.

Verfasst von: md | 18. Oktober 2010

Finalfahrt nach Potsdam

 

Finalfahrt nach Potsdam

Nach einem erfolgreichen Wochenende in Minden hieß es Montagmorgen wieder „Leinen los!“ und weiter auf dem Mittellandkanal zur letzten Station der Maritimen Deutschlandreise 2010. Denn bis nach Potsdam galt es noch über 300 Kilometer zurückzulegen.

Nach sieben Stunden Fahrtzeit erreichten wir mit Hannover auch schon unser erstes Etappenziel und mit dem Boots- und Yachthafen der Marinekameradschaft Hannover unseren Ankerplatz für die Nacht. Bevor es von hier aus am nächsten Tag weiter nach Wolfsburg gehen sollte, stand noch ein wenig Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Programm. Im Rahmen eines Pressetermins, veranstaltet in Zusammenarbeit mit der ADAC Sportschifffahrt und abgehalten an Bord eines unserer Europa-Schiffe, bekamen Vertreter der Presse ausführlich Gelegenheit, Information rund um den Charterschein, um dafür geeignete Reviere und Bootstypen einzuholen. Eine kleine Probefahrt komplettierte das Ganze und sorgte für den nötigen praktischen Eindruck.

Gegen Mittag hieß es dann Abschied nehmen und den Kurs Richtung Wolfsburg einschlagen. Grüne Ufer, aber auch jede Menge Industrieansiedlungen und Berufsverkehr bestimmen hier die Strecke. Zwei Schleusen mussten auf dem Weg durchquert werden. Besonders beeindruckend war die Schleuse Anderten gleich hinter Hannover. Bei ihrer Einweihung 1928 war sie mit einer Länge von 225 Metern und einer Fallhöhe von 14,70 Metern die größte Binnenschleuse Europas. Hinter der Schleuse Sülfeld errichten wir schließlich unser Tagesziel und bekamen sogleich auch den Beweis, warum Wolfsburg den Beinamen „Autostadt“ trägt. So fließt der Mittellandkanal direkt an dem hier ansässigen VW-Werk vorbei.

Am nächsten Tag, das Ziel hieß Brandenburg an der Havel, ging es immer mehr in Heimatnähe. Große Vorfreude bereitete vor allem die Aussicht, am Wasserstraßenkreuz Magdeburg die 918 Meter lange Trogbrücke zu durchfahren. In ihr wird der Mittelkanal über die darunterverlaufende Elbe geführt. Doch leider machte uns eine Schleusensperrung einen Strich durch die Rechnung, wir mussten auf die Schleuse Rothensee ausweichen, die Elbe abwärts fahren und bei Parey schließlich in den Elbe-Havel-Kanal einbiegen. Vorbei an Genthin und über den Plauer See erreichten wir in den Abendstunden schließlich die wasserreiche Stadt Brandenburg an der Havel. In der Marina „Havel Marin“ nutzten wir einen der 110 Liegeplätze und ließen den Tag bei einem leckeren Essen im hafeneigenen Restaurant ausklingen.

Gern hätten wir am nächsten Morgen noch einen Abstecher auf die umliegenden Seen gemacht – viele davon sind auch mit dem Charterschein befahrbar – allerdings lag noch eine 46 Kilometer lange Strecke bis nach Potsdam vor uns. So verließen wir die Stadt in östliche Richtung auf der Unteren Havel-Wasserstraße. Übrigens ein Weg ohne Unterbrechungen, denn keine einzige Schleuse stoppt hier den Fahrtfluss. Dafür gibt es unterwegs umso mehr unberührte Natur und verträumte Ortschaften entlang der Ufer, darunter Groß Kreutz oder das 800 Jahre alte Fischerdorf Ketzin. Wenig später gelangten wir in den Sacrow-Paretzer Kanal, durchquerten den Jungfernsee und den Tiefen See und erreichten schließlich unser Ziel – den Anleger der Weißen Flotte Potsdam. Hier, am Fuße des hoch aufragenden Mercure Hotels, fand am Wochenende das finale „Open Boat“ der fünften Maritimen Deutschlandreise statt.

Präsentierte sich der beginnende Herbst am Samstag noch von seiner nasskalten Seite, zeigt er am Sonntag, dass er auch anders kann und tauchte die Potsdamer Innenstadt in wärmendes Sonnenlicht. Rund 430 Besucher integrierten einen Besuch auf unseren zwei Europa-Booten in ihre Wochenendplanung, kamen zu uns an Bord und ließen sich aus der 10-jährigen Geschichte des Charterscheins berichten. Das hohe Aufkommen an Fahrgastschiffen der Weißen Flotte illustrierte den Gästen bei Probefahrten dann auch gleich die einfache Manövrierfähigkeit der Boote.

Ein Resümee

Nachdem gegen 18 Uhr auch der letzte Besucher von Bord gegangen war und alle Fragen zu Führerscheinfreiheit, Bootstechnik und den schönsten Revieren beantwortet waren, ließen wir bei einer Tasse Kaffee die Maritime Deutschlandreise 2010 Revue passieren. Fünf Wochen waren wir unterwegs, haben 1 086 Kilomter zurückgelegt, dabei sechs verschiedenen Städten einen Besuch abgestattet und konnten auf unseren „Open Boat“-Veranstaltungen rund 3 880 Besucher empfangen – fast 2 000 mehr als im Vorjahr.

Ein Dankeschön daher an alle Hafenbetreiber, die uns so herzlich empfangen haben und uns Wochenende für Wochenende ideale Bedingungen für die Veranstaltungsreihe „Open Boat“ lieferten. Für den reibungslosen Ablauf natürlich auch ein großer Dank an alle Mitorganisatoren.

Auch 2011 wird die Maritime Deutschlandreise wieder bundesweit im Zeichen des Charterscheins unterwegs sein, wird über führerscheinfreien Bootsurlaub informieren und dafür begeistern. Wir freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen an Bord!

Verfasst von: md | 12. Oktober 2010

Vom Ruhrgebiet zum „Open Boat“ in Minden

Vom Ruhrgebiet zum „Open Boat“ in Minden

Wie die Zeit vergeht. Kaum zu glauben, aber die vergangene Woche war bereits die vorletzte der Maritimen Deutschlandreise 2010. Herzlich verabschiedet durch Frau Mallmann und ihr Team vom Pfannkuchenschiff ging es Montagmorgen von Bonn-Oberwinter weitere 400 Kilometer durch die Republik. Zunächst erneut rheinabwärts.

Der Fluss tritt hinter Bonn in das Norddeutsche Tiefland ein und wird vom Mittel- zum Niederrhein. Vieles deutet hier daraufhin, dass wir uns in Deutschlands größtem Ballungsraum, dem Ruhrgebiet bzw. der Metropolregion Rhein-Ruhr, befanden. Denn breit und in seinem Verlauf reguliert zieht sich der Fluss hier an stark besiedelten und industrialisierten Ufern entlang. Wo einst Stahlwerke, Glashütten oder Textilunternehmen aufragten, zeigt sich heute ein anderes Bild. Vor allem Düsseldorf beweist, dass es zu Recht zu den wirtschaftlichen „Big Five“ Deutschlands gehört: Denn nicht nur den Fernsehturm, den nordrhein-westfälische Landtag und die Rheinkniebrücke konnten wir vom Deck aus erspähen, sondern auch die verschiedenen ufernahen Konzernzentralen und den Medienhafen.

Ziel für Tag 2 war Oberhausen, das wir auf dem Rhein-Herne-Kanal und nach zwei Schleusengängen in den Abendstunden erreichten. Früher rauchten hier die Schornsteine der zahlreichen Zechen, heute erinnern Industriedenkmäler wie der im Dunkeln hell erleuchtete Gasometer an die vergangene Blütezeit der Kohleförderung. Über weite Strecken verläuft die A 42 parallel zum Kanal, häufig erscheint die Wasserstraße aber auch unerwartet natürlich: An einigen Uferabschnitten ziehen sich dichte Waldstücke entlang, auf saftig-grünen Wiesen genießen Menschen die Nachmittagssonne, manche werfen sogar die Angel aus.

Tag 3 führte uns auf dem Dortmund-Ems-Kanal weiter östlich in Richtung Münster. Beeindruckendstes Gebäude auf der Strecke ist das alte, 1899 erbaute Schiffshebewerk Henrichenburg bei Waltrop. Seit 1962 außer Betrieb, ist es heute Sitz des Westfälischen Industriemuseums und damit Teil des äußerst interessanten Schleusenparks Waltrop. Nach zehn Stunden Fahrzeit und drei Schleusen erreichten wir am Abend schließlich die Studenten- und Fahrradstadt Münster. Es dämmerte bereits, als wir uns zu einem gemütlichen Spaziergang durch die Altstadt aufmachten. Später genossen wir noch eine für die Region typische Spezialität: Grünkohl nach Münsterländer Art, mit Bratkartoffeln, Kasseler, Speck und Mettwurst.

Bestimmender Wasserweg der nächsten beiden Tage war der Mittellandkanal, die mit 325,7 Kilometern längste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Nach einem nächtlichen Zwischenstopp in Bramsche kam Freitagnachmittag schließlich Minden, „Open Boat“-Stadt Nr. 5, in Sichtweite. Als Wasserstraßenkreuz ist die Fahrt durch die Stadt recht spannend, denn der Mittellandkanal wird hier in einer Trogbrücke über die darunter verlaufende Weser geleitet.

Im Mindener Yachtclub bezogen wir Quartier und bereiteten uns auf das kommende Wochenende vor, das rückblickend in puncto Besucheransturm dem ersten „Open Boat“ in Ludwigsburg in nichts nachstand. Das Wetter war bombastisch, das Thema interessant und so zog es Samstag rund 300 und Sonntag sage und schreibe sogar 600 Besucher zu uns ans Wasser und an Bord. Viele hatten über Zeitungsartikel, Radiobeträge oder den Mitveranstalter „DERTOUR“ von dem Event erfahren, waren entweder spontan oder aber auch gezielt in den Yachtclub gekommen. Vor allem am Samstag blieb genügend Zeit, um Fragen individuell und ausführlich zu beantworten. Dies fing an bei „Was? Man kann führerscheinfreien Hausbooturlaub machen?“ und endete bei speziellen Auskünften zu Bootsferien in Frankreich, Italien oder in den Masuren. Sonntag wurden wir dann regelrecht „überrannt“. Familien, Freundesgruppen und Pärchen drängten sich am Steg und wollten alle eine Probefahrt mit den Europa-Schiffen von „Cardinal Boating Holidays“ unternehmen. So bildeten sich hier schon um die Mittagszeit lange Warteschlangen. Glücklicherweise nahmen es alle mit Humor und übten sich in Geduld.

Voller Spannung, aber auch etwas wehmütig, blicken wir nun auf das kommende Wochenende und das Finale der Maritimen Deutschlandreise 2010 in Potsdam!

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