Erste Maritime Deutschlandreise 2006

Erste Woche: Startschuss mit „Open Boat“ in Heilbronn

Als Vertreterin der ADAC Sportschifffahrt konnte ich die Rhein-Fahrt der Maritimen Deutschlandreise begleiten und viele schöne Eindrücke mit nach Hause nehmen. Die Boote der Europa-Klasse erwiesen sich dabei als sehr komfortabel und eignen sich daher hervorragend für Familien.

Zu Beginn der Reise wurden beide Schiffe unter Anwesenheit zahlreicher Pressevertreter vom „Käthchen von Heilbronn“ offiziell getauft und so mit ihrem Segen auf die siebenwöchige Reise quer durch die Republik geschickt. Bei bestem Frühlingswetter ließ es sich selbst Helmut Himmelsbach, Oberbürgermeister der Neckar-Stadt Stadt Heilbronn, nicht nehmen, an Bord eines Ferienboots der Europa-Klasse eine Probefahrt zu unternehmen. Natürlich nahm Heilbronns Steuermann sogleich selbst das Ruder in die Hand und manövrierte das 13 Meter lange Schiff sicher durch seine Stadt.

Das Motto des nächsten Tages lautete „Open Boat“, was die etwa 250 interessierten Besucher auch wörtlich nahmen. Die Crew der Maritimen Deutschlandreise stand für alle Fragen zur Verfügung und konnte zahlreiche Tipps zum Umgang mit den Schiffen geben, die in bestimmten Wassersportrevieren Deutschlands ohne Führerschein gefahren werden dürfen. Bei einer kostenlosen Probefahrt konnte, wer wollte, sogleich selbst ans das Steuer und sein Geschick ausprobieren. Noch bis Sonntag liegen die Schiffe im Württembergischen Motorbootclub von 10 bis 18 Uhr zur Besichtigung bereit.

Auch am folgenden Tag war der Andrang wieder groß. Durch zahlreiche Presseberichte hat sich das Event am Heilbronner Ufer des Neckar herumgesprochen, sodass so macher Kurzentschlossene heute in See stechen konnte.

Insgesamt tausend Besucher konnten an diesen ersten drei Tagen an Bord begrüßt werden. In lebendiger und doch entspannter Atmosphäre wurden so bei bestem Frühlingswetter alle Fragen rund um den Urlaub auf einem Ferienboot und das Führen eines solchen Schiffes ohne Führerschein beantwortet. Dieser erfolgreiche Start in Heilbronn gibt Schwung für die vor uns liegende Fahrt quer durch Deutschland.

Zweite Woche: Open Boat“ in Mainz

Langsam nehmen wir Abschied von Heilbronn. Es ist wieder etwas kühler geworden – die vergangenen Tage hatte die Sonne uns doch sehr verwöhnt. Nun geht es bald den Neckar stromabwärts. Viele hundert Kilometer Wasserweg liegen vor uns. Da muss die Technik nochmals inspiziert werden, die Tanks werden mit umweltfreundlichem Pflanzenöl gefüllt; denn Urlaub auf einem Ferienboot soll selbstverständlich auch ökologisch vorbildlich sein. Und da die beiden Schiffe der Europa-Klasse wertneu sind, sind wir guter Dinge, dass die Maritime Deutschlandreise zwischenfallsfrei genossen werden kann.

Die Tour von Heilbronn nach Mainz erfreut sowohl Auge als auch Herz. Das Ufer des Neckar ist gesäumt von hübschen Städten und imposanten Burgen. Die Schleusenwärter begrüßen uns fröhlich und wünschen eine gute Weiterfahrt. Da zurzeit noch nicht allzuviel Verkehr herrscht, melden sie unser Kommen an der nächsten Schleuse schon an – so gibt es keine Wartezeiten und wir erreichen unseren Liegeplatz zur Nacht gerade rechtzeitig vor dem Einbruch der Dunkelheit. Abends locken gemütliche Gasthäuser mit guter Küche und regionalen Weinen. So lassen wir in geselliger Runde den Abend ausklingen und die Erlebnisse des Tages Revue passieren.

Schließlich mündet der Neckar in den Rhein. Eine abwechslungsreiche Fahrt beginnt, und man merkt den stärker werdenden Strom im Ruderblatt. Doch die Schiffe der Europa-Klasse lassen sich problemlos und sicher navigieren. So erreichen wir den Winterhafen in Mainz und nutzen den Abend noch zur Vorbereitung für den Empfang der Gäste am kommenden Wochenende.

Bei strahlendem sommerlichen Wetter wollten mehr als 500 interessierte Besucher in Mainz alles über führerscheinfreies Bootsreisen erfahren. Der Samstag war recht ruhig, am Sonntag gab es jedoch ein regelrechtes Gedränge an Bord. Alle wollten die Boote der Maritimen Deutschlandreise besichtigen und auch mal das Steuer in die Hand nehmen.

Nach dem Mittagessen war die Organisation, wer wann fahren darf, fast nicht mehr machbar. Bei dem heißen Wetter wurde dann der eine oder andere schon etwas ungeduldig und wollte nicht länger warten. Mit Unterlagen und Infos zu Bootsreisen auf der Mecklenburgischen Seenplatte unter dem Arm sind viele von Bord gegangen. Alles in allem ein gelungener Sonntag mit vielen guten Gesprächen.

Dritte Woche: Open Boat“ in Köln

Der Rhein wird stark von der Berufsschifffahrt befahren. Deshalb ist eine Hausbootreise hier weniger gemütlich. Bei Ausweichmanövern gab es teilweise hohe Wellenkämme, die selbst unseren erfahrenen Skipper herausforderten. Darum empfehlen wir immer, auch nach achtern zu schauen, Kanal 10 abzuhören und falls notwendig selbst zu benutzen.

Landschaftlich war die Reise sehr, sehr schön, insbesondere die Landschaft von der Loreley bis Köln war mit den vielen Burgen und den Weinbergen äußerst reizvoll. In Koblenz fanden wir am 17. April sofort einen guten Liegeplatz. Die einzigartige Lage der Stadt an den beiden Flüssen Rhein und Mosel hat viel zu erzählen! Koblenz von Römern gegründet, von Franken erobert, von Kurfürsten zur Residenz erkoren, von Franzosen besetzt und von Preußen regiert: Mehr als 2.000 Jahre Geschichte und deshalb sehr sehenswert.

Bei der Abreise am Mittwoch in Richtung Köln war das Wetter leider nicht mehr so gut: windig und kalt. Doch unter Deck konnten wir gemütlich die reizvolle Landschaft entlang des Rheins genießen. Nur unser Skipper tat mir leid. Um einen besseren Überblick auf das Gewässer zu haben, saß er bei Wind und Regen am Steuer und schipperte uns am Wochenende sicher bis nach Köln in den Rheinauhafen.

Zunächst war am Samstag der Andrang etwas geringer, und wir machten uns – nachdem wir ja die vorherigen beiden Wochenenden ja sprichwörtlich überrannt worden waren – auf zwei ruhigere Tage gefasst. Doch am Sonntag wollten erfreulicherweise wieder sehr viele Interessierte zu uns an Bord kommen. Zahlreiche Detailfragen wurden gestellt, und wir konnten so manches gute Gespräch führen.

Nun geht es auf zur nächsten Etappe nach Oberhausen, wo wir am Abend des 26. April in der Marina am Centro festmachen werden.

Vierte Woche: Open Boat“ in Oberhausen

Mitten durch das Ruhrgebiet führt uns die Route. Dabei ist die Größe des Rheins immer wieder ein Genuss. Zwar ist dieses Wasser nicht unbedingt für den Chartertourismus geeignet, aber es ist trotzdem eine Freude auf dem Wasserweg dieses urbane Flair zu durchqueren.

Mit dem Centro hat bei Oberhausen eine riesige Shopping- und Erlebniswelt eröffnet, in deren unmittelbarer Nachbarschaft die Marina Oberhausen liegt. Hier gehen wir am Abend des 26. April an Land. Ein besonderes Highlight ist das Seewasseraquarium „Sealife“, das den Besucher in eine farbenfrohe Unterwasserwelt entführt – ich finde, da liegen wir mit unseren schmucken Schiffen in bester Nachbarschaft.

Das Wetter bleibt uns gewogen, denn nachdem während der Fahrt von Köln nach Oberhausen der eine oder andere Tag etwas trübe daherkam, begrüßte uns in der Marina Oberhausen wieder strahlender Sonnenschein. Gerade am Sonntag war der Andrang auf die Ferienbote der Maritimen Deutschlandreise erneut entsprechend groß. Es ist einfach überwältigend, mit welcher Freude und Neugier die Menschen uns an Bord besuchen. Also geht es jetzt auf Richtung Hannover, und wir freuen uns dort bei der Marine Kameradschaft bald wieder zahlreiche Gäste begrüßen zu können.

Fünfte Woche: Open Boat“ in Hannover

Am Wochenende hatten wir im Yachthafen Hannover festgemacht. Dort wurden wir von der Marinekameradschaft herzlich begrüßt. Und noch immer hält uns die Sonne die Treue! Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir beim „Open Boat“ am Sonntag den 2.500sten Besucher willkommen heißen. Wer hätte mit so einem Erfolg gerechnet? Als dann noch der Seemannschor Hannover seine Stücke zum Besten gab, kam richtig maritimes Flair auf.

Sechste Woche: Open Boat“ in Magdeburg

Verspätetes Aprilwetter begleitet uns auf der Fahrt nach Magdeburg. Am Sportbootanleger am Petriförder, gleich neben der Weißen Flotte, machen wir fest und freuen uns darauf, zum „Open Boat“ einladen zu dürfen. Trotz des durchwachsenen Wetters kommen zahlreiche Besucher, die unter fachkundiger Begleitung selbst einmal ans Steuer der Europa durften. Obgleich die Strömung der Elbe keinen Müßiggang am Ruder erlaubt, absolvierten alle Steuerfrauen und Steuermänner die kleine Rundfahrt mit Bravour. Wieder einmal überzeugt die Europa durch ihre hervorragenden Fahreigenschaften. Mit zufriedenen Gesichtern geht unser viel zu kurzer Aufenthalt in Magdeburg am Sonntagabend zu Ende.

Siebente Woche: Open Boat“ im Treptower Park in Berlin

Bis zuletzt blieb uns das Wetter während der Maritimen Deutschlandreise treu, sodass wir auch am Himmelfahrtswochenende wieder zahlreiche Interessierte bei Sonnenschein an Bord begrüßen konnten. In Berlin-Treptow hatten wir am Anleger des Segelschiffrestaurants „Klipper“ festgemacht. Wer wollte, konnte eine Probefahrt rund um die Insel der Jugend unternehmen und danach zum erfrischenden Weißbier auf der Seeterrasse des „Klipper” Platz nehmen.

Resümee Erste Maritime Deutschlandreise

Mit diesem letzten „Open Boat“ am Ufer der Spree in Berlin neigt sich unsere Reise quer durch Deuschland dem Ende zu. Seit Ostern haben wir auf unserem Weg vom Süd-Westen in den Nord-Osten der Republik über 1.400 Kilometer auf Wasserwegen zurückgelegt. Insgesamt konnten wir an den sechs Wochenenden über 3.500 Besucher an Bord begrüßen und zahlreiche von ihnen für Ferien auf dem Wasser begeistern. Allerorten wurden wir herzlich empfangen, und unser Eintreffen sorgte für insgesamt etwa 60 Pressemeldungen in den örtlichen Lokalmedien. Auch das Fernsehen war zweimal bei uns an Bord und machte die Maritime Deutschlandreise zur Nachricht in bewegten Bildern. Die gesamte Fahrt über hat uns Deutsche Welle TV begleitet. Die Fahrt auf deutschen Wasserwegen wurde in sechs Beiträgen aufbereitet, die nun im Magazin „Euromaxx“ international auf Sendung gehen.

Allen, die uns – ob vor Ort oder online – auf unserer Reise begleitet haben, sagen wir herzlich Dankeschön! Es hat viel Spaß gemacht, das Land aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Neue Freundschaften wurden geschlossen und unvergessliche Eindrücke gesammelt, und wir sind sicher: Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Maritime Deutschlandreise auf Tour geht.

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