Zweite Maritime Deutschlandreise 2007

Die zweite maritime Deutschlandreise der Firma Cardinalboating Holidays, der ADAC Sportschifffahrt und Ruff Bootsreisen startete am 15. September in Nürnberg.

Erste Woche: Nürnberg – Würzburg

Der Nürnberger Yachtclub gab uns die Möglichkeit, auf seinem Clubgelände am Samstag und Sonntag unsere Gäste zu empfangen. Begleitet von strahlendem Sonnenschein konnten wir etwa 400 Besuchern zwei Boote der Europa-Klasse vorführen und sie zu Probefahrten auf dem Main-Donau-Kanal einladen. Interessante Bekannschaften wurden gemacht und angenehme Gespräche geführt.

Ein herzliches Dankeschön an den Nürnberger Yachtclub, dessen Mitglieder uns freundlich aufnahmen und unterstützten, ein besonderer Dank an Hartmut, der uns schnell bei einem technischen Problem half.

Sehr zu empfehlen ist das Restaurant „Kartoffel“ in der Nürnberger Innenstadt, wir haben dort täglich vorzüglich gegessen und uns von dem immer gut gelaunten Service-Team verwöhnen lassen. Weiter so!

Am Montag, den 17. September, ging die Reise Richtung Würzburg, wie immer bei schönstem Wetter. Wir hatten etwas Bedenken, ob wir den Zeitplan aufgrund der vielen Schleusen auf dem Main-Donau-Kanal einhalten können, doch da wir keine langen Wartezeiten hatten, sondern meistens direkt in die Schleuse einfahren konnten, lief der erste Tag so gut, dass wir sogar 35 Kilometer weiter kamen, als geplant. Gegen 18 Uhr erreichten wir Bamberg und legten im Regnitzarm an. Leider brachte uns der Bamberger Motorbootclub keinen Schlüssel für das Eingangstor, und so mussten wir über ein zwei Meter hohes Tor zur Regnitzbrücke klettern, um in die Stadt zum Essen zu kommen. Leider war dies für zwei Personen unserer Crew nicht zu schaffen, so dass wir die beiden nachts mit dem Boot auf der anderen Seite der Regnitz abholen mussten, was bei Dunkelheit und Strömung eine spannende Aktion ist und nicht zum Wiederholen einlädt. Aus diesem Grund haben wir die Liegegebühren geprellt…Ein kleiner Tipp an den Bamberger Club: Es wäre gut, wenn für Gastlieger ein Schlüssel deponiert wäre.

Am Dienstag begann der Tag mit strömendem Regen, und wir ließen es langsam angehen. Nach der ersten Schleuse konnten wir uns hinter die „Hennie“, ein holländisches Frachtschiff, legen, kamen so wieder ohne Wartezeiten durch jede Schleuse und schafften die Strecke bis Schweinfurt. Dort konnten wir direkt in der Stadt an der Kaimauer anlegen. Danke an die Bootsfahrschule Dietz, die das ermöglichte.

Mittwochs begann der Tag trocken, und es war abzusehen, dass die Sonne den Kampf gegen die dicken Regenwolken gewinnt. Wieder waren die Schleusen das kleinste Hindernis, immer ohne Wartezeiten einfahren und durch, es ist unglaublich. Der Tag endete in Marktbreit, einem reizvollen Städtchen mit historischem Stadtkern.

Donnerstag, 20. September, weiter Richtung Würzburg. Wieder ohne Wartezeiten schafften wir die 25 Kilometer bis zum Yachtclub in Würzburg in knapp drei Stunden. Dort wurden wir freundlich empfangen und hatten zwei Liegeplätze direkt unterhalb der gigantischen Marienburg. Das Wetter war traumhaft, und wir konnten vor der herrlichen Würzburger Kulisse am späten Nachmittag unseren Kaffee genießen.

Zweite Woche: Open Boat“ in Würzburg

Unser „Open Boat” in Würzburg war erneut ein voller Erfolg. Bei bestem Wetter mit etwa 25 Grad und Sonnenschein war der Zuspruch der Besucher wieder außerordentlich. Nach einem etwas verhaltenen Start am Samstagmorgen wurde der Besucheransturm zum Nachmittag größer, sodass insgesamt 15 Ausfahrten zusammenkamen. Die sehr interessierten Gäste hatten viele Fragen, insbesondere zur Führerscheinfreiheit auf deutschen Wasserwegen und den ab der Saison 2008 neu von Cardinal angebotenen Charter-Revieren in Frankreich, Holland, Italien und Polen. Am Sonntag wurden wir dann förmlich überrannt, sodass unser Skipper 33mal „Leinen los!“ rufen konnte.

An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an den Würzburger Yachtclub. Wir fühlten uns wie zu Hause und wurden von allen aufs beste unterstützt.

Dritte Woche: Open Boat“ in Frankfurt/Main

Die Reise Richtung Frankfurt führte uns bei schönstem Wetter zunächst nach Lohr. Wir kamen am späten Abend an, was jedoch kein Problem war, denn es waren bereits Liegeplätze für uns reserviert. Am nächsten Tag ging es weiter nach Miltenberg, einer mittelalterlichen Kleinstadt, deren Ortskern liebevoll restauriert wurde und uns immer wieder von neuem beeindruckte. In Aschaffenburg bekam unser holländischer Kollege Jan die Gelegenheit, ein echtes deutsches Schwerbier zu probieren. Die Kunst bestand nicht im Trinken, sondern darin, das etwa drei Kilogramm schwere Glas zum Mund zu führen – aber ein echter Seemann schafft auch das!

Die Strecke von Würzburg nach Frankfurt, über den wohl schönsten Teil des Mains, wird uns immer in Erinnerung bleiben, vor allem weil wir die Holländer Berge nur von Postkarten kannten. Das Schleusen war wie immer kein Problem.

Nach den vielen kleinen, alten Städten kam nun mit der Frankfurter Skyline der Kulturschock. Wir legten bei strömenden Regen in der Marina am Westhafen an, die erst seit diesem Jahr eröffnet ist. Unser holländischer Kollege konnte gar nicht fassen, dass ungefähr 70 Prozent der Liegeplätze in diesem Hafen nicht belegt waren. Der Hafenmeister erklärte uns, dass die Liegeplätze zu den neu gebauten Wohnungen gehören und deshalb kaum genutzt werden.

Das „Open Boat”-Wochenende in Frankfurt war am Samstag erstaunlich gut besucht. Obwohl es nicht mehr regnete, war es doch sehr windig und lud nicht sehr dazu ein, über einen Bootsurlaub nachzudenken. Am Sonntag hatte der Wettergott wieder ein Einsehen und schickte uns die Sonne, wie wir das von unseren Touren nicht anders kennen. Die Gäste kamen zahlreich, waren sehr interessiert und einige hatten schon feste Buchungsabsichten.

Vierte Woche: Oppenheim – Rüdesheim – Oberwinter

Wieder war das Wetter am Wochenende mit uns, bei ca 20 Grad und strahlendem Sonnenschein konnten wir am Samstag und Sonntag ungefähr 300 Gästen unsere Europa 400 und 600 präsentieren. Auch die Probefahrten machten Lust auf Urlaub, so dass wir hier direkt vor Ort schon Buchungen aufnehmen konnten.

Wir bedanken uns herzlich bei Frau Mallmann und ihrem Team vom Pfannkuchenschiff. Weiter so!

Am Montag ging es zeitig weiter Richtung Mainz, wo wir den Rhein ein Stück zu Berg fuhren und zunächst Oppenheim erreichten. Dort erwartete uns Frau Harsleben-Meinecke, die für uns eine Führung durch die unterirdische Stadt organisiert hatte. In geselliger Runde ließen wir den Abend ausklingen. Die nächste Station war Rüdesheim, und wir schoben uns wie alle Touristen durch die legendäre Drosselgasse. Wie schon seit Anfang unsere Reise genossen wir auch hier die regionalen kulinarischen Spezialitäten, besonders für unsere englischen Gäste ein ganz besonderes Erlebnis.

Der Mittwoch begann mit einem ausgiebigen Frühstück, damit wir gestärkt der Loreley entgegen blicken konnten. Mit unseren erfahrenen Skippern meisterten wir den am meisten gefürchteten Abschnitt des Rheins mit Bravour und konnten so die beeindruckende Landschaft des Rheintals genießen. Die letzte Etappe führte uns von St. Goar nach Oberwinter. Dort konnten wir direkt vor dem Pfannkuchenschiff anlegen, wo wir jeden Abend bestens bewirtet wurden.

Fünfte Woche: Open Boat“ in Krefeld

Die Reise ging am Mittwochmorgen weiter Richtung Krefeld. Durch die Strömung auf dem Rhein kamen wir am ersten Tag 98 Kilometer zu Tal und legten in Neuss im Sporthafen an, einem sehr ruhig gelegenen Hafenbecken mit deutlich ausgeschilderten Gastliegeplätzen. Der Empfang durch den Hafenmeister war äußerst herzlich und zuvorkommend, wir fühlten uns sofort wie zu Hause, vielen Dank.

Nun hatten wir am Donnerstag nur noch 30 Kilometer zu bewältigen, was wir Dank der Strömung in zwei Stunden schafften. So hatten wir den Nachmittag Zeit zum Relaxen. Beim Crefelder Yachtclub lagen wir auch wieder sehr ruhig, weil der Hafen in einer ehemaligen Kiesgrube angelegt ist und man deshalb keinen Sog der vorbeifahrenden Berufsschifffahrt spürt. Auch hier gibt es deutlich ausgeschilderte Gastliegeplätze am Kopfsteg.

Wochenende in Krefeld: Das Wetter in Krefeld war wieder ganz auf unserer Seite, der Samstag lief erst ruhig an, doch am Nachmittag konnten wir viele interessierte Besucher empfangen. Der Crefelder Yachtclub hatte an diesem Nachmittag das alljährliche Abtuckern, und alle Boote im Hafen waren herausgeputzt und geschmückt. Die Wasserschutzpolizei, die am Abend mit der Flotte des Yachtclubs einlief, um den Saisonabschluss zu feiern, ließ es sich nicht nehmen, auch unsere Boote zu besichtigen. Am Abend wurden wir von den Mitgliedern des Clubs zur Feier eingeladen und bei Buffet, Musik und Tanz klang der Abend lustig aus. Dank an den Crefelder Yachtclub für die freundliche Aufnahme im Hafen. Sonntags wurde das Wetter noch besser, und bei goldenem Oktoberwetter machten wir etwa 20 Probefahrten mit unseren Besuchern.

Sechste Woche: Oberhausen – Münster – Minden

Am Montag ging die Reise Richtung Oberhausen, wo wir wie auch schon im Frühjahr in der Marina Oberhausen anlegten und im nahegelegenen Centro shoppen gingen. Dienstagmorgen starteten wir sehr früh, um unser geplantes Tagesziel Münster am Abend zu erreichen. Wie schon bei der ganzen Tour war auch auf dem Rhein-Herne-Kanal das Schleusen überhaupt kein Problem. Wir legten in Münster im Stadthafen an und konnten direkt zu Fuß in die umliegenden Restaurants und Kneipen gehen.

Der Mittwoch begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang, doch schon gegen 14 Uhr holte uns das angekündigte Tief mit strömendem Regen ein. Nach einer vierstündigen Fahrt über den Mittellandkanal im Regen beschlossen wir, bei Kilometer 47 an einem Grillplatz anzulegen und den Rest der Strecke bis Minden am nächsten Tag zu fahren. Auch am Donnerstag regnete es noch, und beide Crews freuten sich, um 14 Uhr in den Hafen des Mindener Yachtclubs einzulaufen. Pünktlich mit dem Anlegen kam die Sonne, so dass wir zuerst die Boote außen wie innen putzen konnten.

Am Wochenende war uns das Wetter zum ersten Mal nicht so gewogen, es war zwar trocken, aber herbstlich kalt und wir hatten den ersten Nachtfrost. Zum Glück funktioniert die Heizung auf der Europaklasse hervorragend. Trotzdem konnte auch der Herbst die wirklich interessierten Besucher nicht abhalten, und mit der richtigen Kleidung waren die Probefahrten kein Problem. Obwohl es am Sonntagmorgen regnete, hatte der Wettergott ein Einsehen, und pünktlich um 10 Uhr hörte es auf zu regnen und zahlreiche Besucher konnten uns trockenen Hauptes erreichen, so dass die letzte Station der Maritimen Deutschlandreise wieder ein voller Erfolg war.

Heimreise

Von Minden aus machten sich die Europa 400 und 600 auf die Heimreise. Die beiden neuen Crews haben dabei den längsten Streckenabschnitt zu bewältigen, und wir wünschen ihnen tolles Wetter und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Dank an Hartmut, Marianne und die Bolle Crew, die unsere Boote sicher nach Hause bringen.

Zu guter Letzt möchten wir uns bei allen bedanken, die uns bei unserer zweiten Reise von Süd nach Nord tatkräftig unterstützt, begleitet und aufgenommen haben. Wir konnten dieses Mal 3.000 Besuchern den Wassersport und Urlaub auf dem Wasser vorstellen und sind nach wie vor überrascht, wie viele Menschen in Deutschland sich für diese Art Urlaub interessieren. Wir freuen uns schon auf die nächste Maritime Deutschlandreise. Alle, die uns bis jetzt nicht besuchen konnten, bekommen im nächsten Jahr die Möglichkeit, die Europa 700 zu besichtigen.

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